E-BIKE-AKKU: SO BLEIBT EUER AKKU FIT

Um möglichst lange vom „Herzstück“ des Bikes, dem Akku, profitieren zu können, gibt es einiges zu beachten. Wir geben Euch Tipps, wie Ihr die Akku-Lebensdauer optimal beeinflussen, langanhaltenden Fahrspaß generieren und dadurch ganz nebenbei die Umwelt schonen könnt.

Das E-Bike ist so beliebt wie noch nie. Laut den aktuellen Marktdaten des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) wurden im Jahr 2020 deutschlandweit 1,95 Mio. E-Bikes verkauft. Das sind 43 Prozent mehr als im Vorjahr.

Was viele E-Bike-Besitzer:innen nicht wissen: eine unsachgemäße Benutzung des Akkus reduziert nicht nur seine Lebensdauer, sondern kann sogar im schlimmsten Fall brandgefährlich werden!

Da Lithium-Ionen-Batterien derzeit der Standard bei den E-Bike-Akkus sind, beziehen wir uns in diesem Blogbeitrag ausschließlich auf diese. Sie zeichnen sich durch ein geringes Gewicht und eine hohe Leistungsfähigkeit aus.

Wichtig: Da die Angaben der Hersteller von sowohl Akku als auch E-Bike variieren, geben wir Euch nachfolgend mehr oder weniger allgemeingültige Informationen, um auf das Thema Akku aufmerksam zu machen. Grundsätzlich bitte immer in die Betriebsanleitung Eures eigenen E-Bikes bzw. Akkus schauen! Falls Ihr detaillierte Informationen benötigt, wendet Euch am besten an eine zertifizierte Fachwerkstatt.

Basics über den E-Bike-Akku

Wie wird der Akku aufgeladen?

Der Akku ist immer mit dem vom Hersteller mitgelieferten Original-Ladegerät aufzuladen. Dieses stellt sicher, dass es zu keiner gefährlichen Überladung kommt. Während des Ladevorgangs sollte die Außentemperatur bei den in der Betriebsanleitung angegebenen Temperaturen liegen. In der Regel geben die Hersteller hier einen Bereich zwischen 0 bis 40 Grad Celsius an.

Den früher oft genannten Memory-Effekt gibt es heute nicht mehr. Diese berüchtigte Regel, dass sich das teilweise Entladen und anschließende Laden des Akkus schädlich auf die Gesamtlebensdauer auswirke, gilt für die modernen Lithium-Ionen-Akkus nicht mehr. Der teilweise entladene Akku kann einfach in das Ladegerät gesteckt und aufgeladen werden. Auch das oft empfohlene "Einfahren“ des Akkus, bei dem man den Akku bei Neukauf komplett leer fährt, ist heutzutage nicht notwendig.

Wenn das vollständige Ent-und Aufladen des Akkus vermieden wird, kann die Lebensdauer des Akkus bedeutend verlängert werden.

Worauf ist vor, während und nach einer Fahrradtour zu achten?

Im Winter ist es durchaus sinnvoll erst kurz vor Fahrtantritt den Akku in das E-Bike einzusetzen, denn wenn der Akku einmal ausgekühlt ist, kann dies einen negativen Einfluss auf die Reichweite des Akkus haben.

Bei längeren Radtouren empfehlen wir, sich im Vorfeld über Ladestationen zu informieren. Besser noch: das eigene Ladegerät mitführen. Achtung vor Akku-Klau! Wird der Akku in einer fremden Umgebung geladen, sollte man ihn immer im Auge behalten. Im Zweifel hat der Dieb sonst nicht nur einen Akku, sondern gleich auch das dazugehörige Ladegerät ergattert.

An immer mehr Ladestationen gibt es verschließbare Boxen. Den Ladevorgang kann man dann gut mit einer kleinen Sightseeing-Tour zu Fuß verbinden.

Nach einer ausgiebigen Tour empfiehlt es sich den Akku erstmal ausruhen zu lassen. Wenn der Kern des Akkus „akklimatisiert“ bzw. ausgekühlt ist, kann er mit dem Ladegerät aufgeladen werden.


Wie wird der Akku gelagert?

Beabsichtigt man das E-Bike für eine längere Zeit nicht zu fahren, sollte man den Akku unbedingt aus der Halterung des E-Bikes herausnehmen. Für die Lagerung ist Raum- bis Kellertemperatur optimal. Niemals sollte der Akku im leeren Ladezustand gelagert werden, denn auf Tiefenentladungen reagiert er empfindlich. Eine Restladung von 30 bis 60 Prozent ist für die Lagerung völlig ausreichend. Da Akkus zur Selbstentladung neigen, ist der Ladestand nach Möglichkeit alle paar Wochen zu überprüfen.

Sind E-Bike-Akkus gefährlich?

Bei richtiger Handhabung sind die Akkus von angesehenen Herstellern unbedenklich. Außentemperaturen von über 60 Grad sind jedoch gefährlich.

Viele laden ihre Akkus über Nacht unbeaufsichtigt in ihren Wohnräumen auf. Davon raten wir ab, denn während des Ladevorgangs besteht die Gefahr, dass der Akku Feuer fängt. Deshalb ist beim Laden erhöhte Achtsamkeit erforderlich. Falls man den Akku dennoch unbewacht aufladen möchte, ist es ratsam einen Rauchmelder im nahen Umfeld zu platzieren. Auf keinen Fall sollte er in der Nähe von brennbaren Materialien geladen werden.

Ganz wichtig ist es, einen Akku nicht mehr aufzuladen, nachdem er heruntergefallen ist. Auch wenn optisch keine Schäden zu sehen sind, könnten mechanische Beschädigungen interne Kurzschlüsse auslösen. Außerdem: Der Akku darf auf keinen Fall selber geöffnet werden!

Wie wird der Akku fachgerecht entsorgt?

Wenn der Akku das Ende seiner Lebenszeit erreicht hat, darf er nicht einfach im Hausmüll landen, da Pedelec-Akkus als Industriebatterien gelten und gesondert entsorgt werden müssen. Der verbrauchte Akku kann meist kostenfrei bei kommunalen Sammelstellen (z. B. Werkstoffhöfen) oder bei Fachhändlern abgegeben werden.

Bei Unsicherheiten rundum das Thema E-Bike Akku, wendet Euch gerne an ein auf E-Bikes spezialisiertes Fachgeschäft. Wer viel fährt, sollte ohnehin einmal im Jahr sowohl die Mechanik als auch die Elektronik des Bikes durchchecken lassen. So kann das E-Bike, falls nötig, gleich mit einem Software-Update auf den neuesten Stand gebracht werden.

Das ENRA Team wünscht Euch viel Freude beim Biken!